Materialexperimente – Druck mit Folienschablone

Aus den im Artikel über die Druckexperimente mit Pappschablone erwähnten Büchern haben mich einige Möglichkeiten bzw. Techniken angesprochen: Pappschablonen, Folienschablonen, verschiedene Monotypien, die ich schön eine nach der anderen durchprobiert habe bzw. noch werde.

Nächstes Experiment war der Druck mit Folienschablonen, dazu mußte eine A4-Klarsichthülle dran glauben und ein Portraitfoto herhalten das ich gerade zur Hand hatte.

Ich habe die gleiche Druckvorrichtung (eine alte Glasplatte, an der ich mit wasserfestem Marker und Malerkrepp hauptsächlich an der Unterseite Markierungen für das zu bedruckende Papier und die aufzulegenden Schablonen angebracht hatte) benutzt, allerdings auf andere Art.

Bei der Pappschablone habe ich die Schablone mit Farbe eingerollt, auf die entsprechende Markierung der Glasplatte gelegt, das mit Klebeband vorsichtig richtig positioniert befestigte Papier darübergeklappt, mit dem Handballen durchgerieben und das Papier wieder abgezogen.

Bei der Folienschablone wollte ich etwas anderes probieren: Die Glasplatte als Hintergrund einfärben, darauf positioniert die mit anderen Farben gerollten Folienschablonenteile gelegt und dann gleich wie oben abdrucken.

Mit Acrylfarbe hat das überhaupt nicht funktioniert, daher habe ich zuerst den Hintergrund gedruckt und dann jedes Schablonenteil extra, zum Teil mehrmals pro Teil, da die Farbe trotz Verzögerer viel zu schnell eintrocknet.

Danach habe ich wieder Ölfarbe verwendet, was dann funktioniert hat – zügig aber stressfrei alles einfärben, positionieren, abdrucken, gut ist’s.

Die einzelnen Schablonenteile positioniert man am besten mit einer Pinzette, mit zwei müßte es noch besser gehen; die Folie ist am besten dicker und deutlich formstabiler als die von mir verwendete Klarsichthülle, um sich besser einfärben und positionieren zu lassen.

Für den Anfang wäre es vielleicht auch sinnvoll, sich auf einfachste Motive mit wenigen Schablonenteilen und vielleicht nur ein oder zwei Farben zu beschränken – ich hab mir gedacht „das kann ja nicht so schwer sein“ und bin dann ordentlich ins Schwitzen gekommen ob der leichtsinnig gewählten Herausforderung mit 5 Schablonenteilen und 4 Farben… aber da mußte ich dann durch!

Ergebnis: 6 verschiedene Blätter, Acryl oder Öl auf verschiedenen Papieren 30x40cm (2016)

Materialexperimente – Druck mit Pappschablone

Eigentlich wollte ich heute etwas anderes posten, bin aber draufgekommen, daß ich kein Foto des fertigen Bildes habe, nur Zwischenstände. Natürlich ist es jetzt draußen finster, also keine Chance mehr auf ein Foto heute (dazu brauche ich Morgensonne, also frühestens nächstes Wochenende…). Also habe ich beschlossen über ein älteres Experiment aus dem Mai dieses Jahres zu schreiben:

Die Wiener Hauptbücherei ist gefährlich, soviel steht fest!
Jedes Mal wenn ich dort bin, finde ich mehr Bücher als meinem Zeitbudget guttun; gleichzeitig bringen mich diese auf zahllose Ideen für eigene kreative Versuche, die für ebendieses noch schlechter sind.

Angelockt von Dörners und Wehltes Büchern über Materialien und Techniken der Malerei war ich zusätzlich auf der Suche nach Büchern über Drucktechniken, da ich immer wieder genervt vor wortkargen und erklärungsarmen Ausstellungstexten stehe und ein für alle Mal wissen wollte, was bestimmte Techniken und Bezeichnungen meinen.

Die zahllosen Möglichkeiten von Radierungen zu unterscheiden ist eine Sache, oder daß man einen Giclèe-Druck auch etwas weniger hochtrabend bezeichnen könnte.
Die großen Museen würden meiner Meinung nach gut daran tun, hier weniger für  KunsthistorikerkollegInnen zu schreiben und etwas mehr für die normalen BesucherInnen mit oder ohne Interesse an Maltechnik, in manchen Ausstellungen ist nicht einmal zu lesen welche Technik verwendet wurde – und immer erschließt es sich nicht (zumindest nicht aus der zulässigen Betrachtungsentfernung).

Wie dem auch sei, mit dabei waren drei Bücher über Drucktechniken ohne Druckerpresse, die ich zuerst aus reiner Neugier mitausgeborgt habe.

Und dann. Dann mußte ich natürlich einige der Dinge ausprobieren, weil nur lesen ohne selbst probieren geht einfach überhaupt gar nicht  🙂

Selbstauferlegte Beschränkung: Arbeiten mit bereits vorhandenen Materialien.
Mit Improvisation und zwei neuen kleinen Farbwalzen (Inkonsequenz in Bezug zur obigen Beschränkung…) ging es los.

Druckversuche mit Pappschablone, selbstgebauter Druckvorrichtung und Acryl- bzw. Ölfarbe auf verschiedenen Papieren 30x40cm (3 Drucke, Mai 2016)

Fazit: Drucken macht Spaß, ist aber in der Vorbereitung recht aufwendig.
Acrylfarbe eignet sich meiner Meinung nach überhaupt nicht, da sie trotz Verzögerer viel zu schnell trocknet und am Papier festklebend dessen Oberfläche beschädigt, vor allem beim glatten, dünnen Papier. Beim gekörnten dünnen Papier weniger, beim dicken glatten am wenigsten.
Ölfarbe funktioniert sehr gut und ist auch deutlich entspannter zu verarbeiten.
Druckfarbe hatte ich keine, aber das war ja Teil der selbstauferlegten Beschränkung in Bezug auf Neukauf.
In der Zwischenzeit habe ich beige und schwarze Linoldruckfarbe von einer Malerkollegin geschenkt bekommen (danke Irene!) hatte aber leider noch keine Zeit sie auszuprobieren.

Und wer immer schon wissen wollte, was mir einfällt, wenn ich spontan eine Schablone brauche und mit einem Stanleymesser vor einem unschuldigen Pappkarton sitze – voilà.
🙂

Materialexperiment – Hände

Das Frühjahr 2016 war für mich eine sehr arbeitsintensive und auch interessante Zeitspanne mit gleichzeitig vielen verschiedenen Materialexperimenten, die mir unerwartete Einblicke und einiges an neuen Erkenntnissen vermittelt haben.
Als grundsätzlich vorsichtige und über-überlegte Person ist das für mich eine gute Abwechslung, mir Erfahrungen mit völlig ungewissem Ausgang, und ohne mir selbst etwas beweisen zu müssen, zu gönnen 🙂 Weiterlesen

Blumen und Blüten – es wird Frühling!

„Flowers in Spring? Groundbreaking!“
…antwortet Miranda Priestley (gespielt von Meryl Streep) im Film „The Devil Wears Prada“ sarkastisch auf einen Vorschlag für florale Muster als Frühlingsthema in der ‚Runway‘.

Dieses Filmzitat fällt mir immer wieder ein, wenn es irgendwo um Blumen oder Blumenmuster geht – ich muß dann jedes mal herzlich lachen und mag meine Blumen und Blüten weiterhin, auch in den allerkitschigsten Varianten…!

links: Mohnblumen (Acrylfarbe nass-in-nass auf Leinwand, 40x50cm, 02/2015)
rechts: Magnolie (Acrylfarbe nass-in-nass auf Leinwand, 40x50cm, 2014)

Mohnblumen_05.02.2015_webMagnolie_2014_web

Ei Ei Ei… Kalvarienbergfest 2015

Auch heuer werden die künstlerischen Beiträge zum Kalvarienbergfest im 17. Wiener Bezirk vom Künstlertreff Eva Winter organisiert.

Eva Winter hat dazu zahllose Eier aus Luftballons + Pappmachè, ca. 35cm hoch, an „Ihre“ KünstlerInnen zur individuellen Gestaltung verteilt.

Ich bin bei „meinem“ Ei von extrem motiviert über total ratlos zu spontan kreativ geschwankt und habe am Sonntag – ein bißchen irritiert von der Ei-Form (echtes 3D ist irgendwie schwierig…) und dem rauhen Untergrund – mit meinem geliebten Copic Multiliner 0,3 und stark verdünnter Acrylfarbe dem Ei eine Landschaft abgerungen…

Mit soviel Wasser macht sogar Acrylfarbe Spaß, die mir sonst immer Kopfweh und beinahe-Herzinfarkte ob des schnellen Trocknens macht.

Mit Profi-Hilfe heute außerdem eine Premiere – mein erstes „eigenes“ Video 🙂

Video: Tom Daniels

Ab 18.02.2015 werden alle 40 Eier im Kreuzgang der Kalvarienbergkirche ausgestellt und ab 19.03.2015 bis 05.04.2015 findet in der Kalvarienberggasse und am St.-Bartholomäus-Platz das Kalvarienbergfest des Hernalser Kulturtreffs statt.

Kalvarienberg Flyer_1 Kalvarienberg Flyer_2