Ausstellung „Wasser“, Alte Schieberkammer, 29.03.-02.04.2017

Hier die Einladung zur schon länger angekündigten Ausstellung, wir freuen uns auf Euch!

Ausstellungsdauer: Mittwoch 29.03. bis Sonntag 02.04.2017, 16:00-19:00
An allen 5 Abenden sind wir von 16:00 – 19:00 in der Ausstellung und für Fragen und Gespräche vorhanden 🙂

Am ersten Abend kommen wir ab 16:00 mit Brot, Wein & Wasser zusammen, am Sonntag gibt es zum Abschluß eine Lesung mit Texten von Monika Oppenauer.

Es werden Bilder von Irene Dlabaja und Karina Bunt und Keramiken von Corinne Ehmig zu sehen sein.

Ort: Alte Schieberkammer, Meiselstraße 20 (U3 Johnstraße, unterer Ausgang Richtung Sturzgasse; dann oben gegen die Ausstiegsrichtung zurück die Johnstraße überqueren, dann kurz geradeaus und links über die Brücke in die Schieberkammer)

Der Planausschnitt ist aus dem Stadplan der Wien-Webseite, erstens weil die Öffentlichen Verkehrsmittel dort richtig eingezeichnet sind (U3, Straßenbahnlinie 49, Bus 10A und 12A) sondern auch weil Google Maps die Adresse falsch einzeichnet bzw. anzeigt (mitten auf der Johnstraße statt am Platz…)

Die Alte Schieberkammer ist eine Sehenswürdigkeit für sich, hier gibt es Info dazu.

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Materialexperimente – Druck – Monotypie I

Hier ein anderes Druckexperiment aus dem Frühjahr 2016, nämlich eine Art der Monotypie.
Dafür habe ich eine Vorzeichnung für ein Bild meiner Lieblingsstiefel benutzt, an dem ich gerade parallel gearbeitet hatte.
Das aus der Vorzeichnung entstandene Bild meiner Stiefel folgt später 🙂

Ich habe die gleiche Druckvorrichtung benutzt wie bei den Papp- und Folienschablonen, nämlich eine alte Glasplatte, an der ich mit wasserfestem Marker und Malerkrepp hauptsächlich an der Unterseite Markierungen für das zu bedruckende Papier und die aufzulegenden Schablonen angebracht hatte.

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Glasplatte mit Markierungen als Druckstock

Für die Monotypien habe ich die Glasplatte innerhalb der gewählten Markierung mit Farbe eingerollt (wieder mit Ölfarbe da ich noch keine Linoldruckfarbe hatte), das an der Glasplatte mit Malerkrepp vorher richtig positioniert festgeklebte Papier vorsichtig darübergelegt, auf die Rückseite des Papiers eine einfache Zeichnung mit einem Pinselstiel aufgedrückt, das Papier wieder abgezogen. Auf der Unterseite des Papiers ist die Zeichnung als Positiv zu sehen.

Danach habe ich ein zweites Blatt auf dieselbe Farbe gelegt, mit dem Handballen angerieben und ein Negativ der vorigen Zeichnung abgedruckt.

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Monotypie, Öl auf Papier, 30x40cm (2016) Positiv und Negativabzug, zweiter Anlauf 

Das geht relativ unkompliziert und rasch, vor allem im Vergleich zu meinen Foliendruckexperimenten. Eine vorherige Grundierung des Papiers oder die Verwendung von Linoldruckfarbe wäre wahrscheinlich sinnvoll, da die Ölfarbe auf Dauer wahrscheinlich das ungrundierte Papier zersetzt.

Auf jeden Fall werde ich mit dieser Technik weiter experimentieren weil unkompliziert, vielseitig weiterverwendbar, spannend!

Auch bei diesem Druckversuch habe ich festgestellt, daß die Ölfarbe lange genug feucht bleibt um sich nicht hetzen zu müssen; eine Zugabe von Leinöl als Verzögerer hat zu einem Verklumpen der Farbe geführt und ist daher meiner Meinung nach nicht empfehlenswert.

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Monotypie, Öl auf Papier, 30x40cm (2016) Positiv und Negativabzug, Erster Anlauf  mit Farbpatzen durch Ölverklumpungen

Materialexperimente – Druck mit Folienschablone

Aus den im Artikel über die Druckexperimente mit Pappschablone erwähnten Büchern haben mich einige Möglichkeiten bzw. Techniken angesprochen: Pappschablonen, Folienschablonen, verschiedene Monotypien, die ich schön eine nach der anderen durchprobiert habe bzw. noch werde.

Nächstes Experiment war der Druck mit Folienschablonen, dazu mußte eine A4-Klarsichthülle dran glauben und ein Portraitfoto herhalten das ich gerade zur Hand hatte.

Ich habe die gleiche Druckvorrichtung (eine alte Glasplatte, an der ich mit wasserfestem Marker und Malerkrepp hauptsächlich an der Unterseite Markierungen für das zu bedruckende Papier und die aufzulegenden Schablonen angebracht hatte) benutzt, allerdings auf andere Art.

Bei der Pappschablone habe ich die Schablone mit Farbe eingerollt, auf die entsprechende Markierung der Glasplatte gelegt, das mit Klebeband vorsichtig richtig positioniert befestigte Papier darübergeklappt, mit dem Handballen durchgerieben und das Papier wieder abgezogen.

Bei der Folienschablone wollte ich etwas anderes probieren: Die Glasplatte als Hintergrund einfärben, darauf positioniert die mit anderen Farben gerollten Folienschablonenteile gelegt und dann gleich wie oben abdrucken.

Mit Acrylfarbe hat das überhaupt nicht funktioniert, daher habe ich zuerst den Hintergrund gedruckt und dann jedes Schablonenteil extra, zum Teil mehrmals pro Teil, da die Farbe trotz Verzögerer viel zu schnell eintrocknet.

Danach habe ich wieder Ölfarbe verwendet, was dann funktioniert hat – zügig aber stressfrei alles einfärben, positionieren, abdrucken, gut ist’s.

Die einzelnen Schablonenteile positioniert man am besten mit einer Pinzette, mit zwei müßte es noch besser gehen; die Folie ist am besten dicker und deutlich formstabiler als die von mir verwendete Klarsichthülle, um sich besser einfärben und positionieren zu lassen.

Für den Anfang wäre es vielleicht auch sinnvoll, sich auf einfachste Motive mit wenigen Schablonenteilen und vielleicht nur ein oder zwei Farben zu beschränken – ich hab mir gedacht „das kann ja nicht so schwer sein“ und bin dann ordentlich ins Schwitzen gekommen ob der leichtsinnig gewählten Herausforderung mit 5 Schablonenteilen und 4 Farben… aber da mußte ich dann durch!

Ergebnis: 6 verschiedene Blätter, Acryl oder Öl auf verschiedenen Papieren 30x40cm (2016)

Materialexperimente – Druck mit Pappschablone

Eigentlich wollte ich heute etwas anderes posten, bin aber draufgekommen, daß ich kein Foto des fertigen Bildes habe, nur Zwischenstände. Natürlich ist es jetzt draußen finster, also keine Chance mehr auf ein Foto heute (dazu brauche ich Morgensonne, also frühestens nächstes Wochenende…). Also habe ich beschlossen über ein älteres Experiment aus dem Mai dieses Jahres zu schreiben:

Die Wiener Hauptbücherei ist gefährlich, soviel steht fest!
Jedes Mal wenn ich dort bin, finde ich mehr Bücher als meinem Zeitbudget guttun; gleichzeitig bringen mich diese auf zahllose Ideen für eigene kreative Versuche, die für ebendieses noch schlechter sind.

Angelockt von Dörners und Wehltes Büchern über Materialien und Techniken der Malerei war ich zusätzlich auf der Suche nach Büchern über Drucktechniken, da ich immer wieder genervt vor wortkargen und erklärungsarmen Ausstellungstexten stehe und ein für alle Mal wissen wollte, was bestimmte Techniken und Bezeichnungen meinen.

Die zahllosen Möglichkeiten von Radierungen zu unterscheiden ist eine Sache, oder daß man einen Giclèe-Druck auch etwas weniger hochtrabend bezeichnen könnte.
Die großen Museen würden meiner Meinung nach gut daran tun, hier weniger für  KunsthistorikerkollegInnen zu schreiben und etwas mehr für die normalen BesucherInnen mit oder ohne Interesse an Maltechnik, in manchen Ausstellungen ist nicht einmal zu lesen welche Technik verwendet wurde – und immer erschließt es sich nicht (zumindest nicht aus der zulässigen Betrachtungsentfernung).

Wie dem auch sei, mit dabei waren drei Bücher über Drucktechniken ohne Druckerpresse, die ich zuerst aus reiner Neugier mitausgeborgt habe.

Und dann. Dann mußte ich natürlich einige der Dinge ausprobieren, weil nur lesen ohne selbst probieren geht einfach überhaupt gar nicht  🙂

Selbstauferlegte Beschränkung: Arbeiten mit bereits vorhandenen Materialien.
Mit Improvisation und zwei neuen kleinen Farbwalzen (Inkonsequenz in Bezug zur obigen Beschränkung…) ging es los.

Druckversuche mit Pappschablone, selbstgebauter Druckvorrichtung und Acryl- bzw. Ölfarbe auf verschiedenen Papieren 30x40cm (3 Drucke, Mai 2016)

Fazit: Drucken macht Spaß, ist aber in der Vorbereitung recht aufwendig.
Acrylfarbe eignet sich meiner Meinung nach überhaupt nicht, da sie trotz Verzögerer viel zu schnell trocknet und am Papier festklebend dessen Oberfläche beschädigt, vor allem beim glatten, dünnen Papier. Beim gekörnten dünnen Papier weniger, beim dicken glatten am wenigsten.
Ölfarbe funktioniert sehr gut und ist auch deutlich entspannter zu verarbeiten.
Druckfarbe hatte ich keine, aber das war ja Teil der selbstauferlegten Beschränkung in Bezug auf Neukauf.
In der Zwischenzeit habe ich beige und schwarze Linoldruckfarbe von einer Malerkollegin geschenkt bekommen (danke Irene!) hatte aber leider noch keine Zeit sie auszuprobieren.

Und wer immer schon wissen wollte, was mir einfällt, wenn ich spontan eine Schablone brauche und mit einem Stanleymesser vor einem unschuldigen Pappkarton sitze – voilà.
🙂

Kopieren von Alten (und neueren) Meistern?

Bei den letzten Maltreffen haben wir unter anderem über die Sinnhaftigkeit des Kopierens von Alten Meistern zu Studienzwecken und über bevorzugte Kunst- und Stilrichtungen diskutiert.

Die Einen sagen ja, das Kopieren von Alten Meistern ist immer noch eine der besten Möglichkeiten, seine Fähigkeiten zu verbessern und das Kopieren vor dem Original im Museum lohnt den Aufwand.

Die Anderen sagen, dadurch vergibt man sich die Chance auf das Entwickeln eines eigenen Stils und kippt unweigerlich in die Maltechnik bzw. den Stil des oder der Kopierten. Zusätzlich wird das Böse in Form von Plagiat und Fälschung ins Spiel gebracht.

Meiner Meinung nach haben beide Meinungen ihre Berechtigung; mein persönlicher Zugang ist der, möglichst viele verschiedene Kunst- und Stilrichtungen, sowohl Architektur, Malerei, Skulptur anzusehen und alles, das einen anspricht, zu interpretieren (ob das jetzt ein Selbstportrait im Stil des Kubismus ist oder das zeichnerische Erforschen eines Gemäldes)  bzw. auch zu kopieren – und dann das Ergebnis deutlich als Kopie zu kennzeichnen, dann können keine Zweifel aufkommen und durch das kopieren oder imitieren aller möglichen Techniken und Stilrichtungen entwickelt man unweigerlich seine Fähigkeiten bzw. Technik.

Das Veröffentlichen von urheberrechtlich geschütztem Content ohne Einverständnis des Urhebers – vor allem wenn er oder sie noch lebt – ist auch bei Nennung der Quelle bzw. des Urhebers heikel, das Nennen des Urhebers ersetzt nicht dessen Zustimmung.

Wie das beim Veröffentlichen von als solche gekennzeichneten Kopien oder Interpretationen von urheberrechtlich geschütztem Content genau aussieht, muß ich noch genauer recherchieren – und werde drüber berichten.

Meine Version von Ol‘ Scarface aus World of Warcraft veröffentliche ich jetzt auch auf die Gefahr hin, sie später wieder entfernen zu müssen und hoffe auf eine kleine Grauzone 🙂
Er paßt vor allem so gut zu meiner heutigen Stimmung vor dem morgigen ersten Arbeitstag inkl. ständiger telefonischer Erreichbarkeit nach 2,5 Wochen (Mal)urlaub im Flugzeugmodus nur mit WLAN…

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Kopie nach einem Motiv aus World of Warcraft (Orc Krieger „Ol‘ Scarface“) 
Öllasuren über Eitemperauntermalung auf Leinwand, 40x50cm (2015)

Wobei ich eigentlich nie Orcs gespielt habe (mein Orc-Krieger ist glaub ich auf Stufe 11 steckengeblieben) sondern einen Nachtelfen-Jäger; nachdem aber viiiiel Zeit draufgeht (und man wirklich leicht „reinkippt“…) spiele ich seit fast 4 Jahren nicht mehr, außerdem habe ich – den Spielcharakter völlig ignorierend – so gut wie immer alleine gespielt und bin manchmal mehr durch die Welten gelaufen um mir die genialen Landschafts- und Stadtentwürfe anzuschauen als meine Quests zu erledigen… wahrscheinlich hatte die Malerei damals schon heimlich Ihre Finger nach mir ausgestreckt 🙂

Über andere Kopien habe ich bereits an anderer Stelle (Hommage an Franz Marc) berichtet.

Was ich absolut ablehne, ist das rundherum leider nach wie vor beliebte abmalen oder digital weiterbearbeiten irgendwelcher im Internet „gefundener“ Motive, um sie dann als eigenständige Werke auszugeben.

Und dann auf Nachfrage zu erklären „das machen eh alle so“ oder „die Kunst frei“ oder „ich hab es ja eh gespiegelt und weiterbearbeitet, das ist jetzt was ganz neues“ oder sogar „aber wenn ich auf rechte Maustaste drücke und es speichere, gehört es mir und ich kann damit machen was ich will, ich verstehe nicht warum ich das Bild nicht als Illustration meiner Webseite verwenden darf, da hat mir so ein böser Anwalt geschrieben…“

Autsch, das tut richtig weh.

Pigmente in Ölfarben oder: rätselhafte Erkenntnisse

Im Zuge einiger Gespräche, unter anderem über Malmittel, Ölgründe, Pigmente, Farben und meinen „Farbunfall“ vom 16. August (siehe hier – Aktstudien Milica) habe ich mich entschlossen, meine Ölfarben etwas näher zu betrachten.

Ich finde Farbkarten praktisch und von meinen Farben hatte ich keine sinnvolle eigene mehr. Meine ersten Farbtöne hatte ich noch in einer aufwendigen Mischtabelle festgehalten, allerdings aus Trägheit bei späteren Zukäufen nie ergänzt. Zusätzlich habe ich die damals gewählten Ausmischungen mit Titanweiß, Zinkweiß, Elfenbeinschwarz, Magenta, Cyan und Zitronengelb außer Titanweiß so kaum verwendet.

Diesmal also nur die reinen Farbtöne  (im rechten Drittel / rechten Hälfte der Farbfelder mit Balsamterpentinöl verdünnt da ich sie gerne so verwende) auf ein Raster aufgetragen und die Informationen von den Tubenetiketten danebengeschrieben, diesmal inklusive der bisher vernachlässigten Pigmentangaben – das kürzlich ausprobierte Zirkoniumweiß hat mich technisch so interessiert, daß ich, auch wenn ich dieses Pigment noch nicht näher recherchiert habe, alle meine eigenen Farben hinterfragt und endlich wieder eine Übersicht angelegt habe.

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Farbkarte / Öl auf grundiertem Papier, ca. 23x33cm, August 2016 / Foto leider nicht farbecht

Daß mein Lasurweiß  (Norma 11 110) dasselbe Pigment enthält wie mein Titanweiß (Lukas Studio Nr. 208), nämlich PW 6, hat mich noch nicht sehr überrascht, da ich von Wehlte (oder war es Doerner?) wußte daß sehr fein gemahlenes Titanweiß als Ölfarbe transparent wird.

Daß allerdings meine neueste Neuerwerbung (Umbra natur hell Nr. 10 670 von Mussini, das mir bei einem Kollegen als Portraithintergrund extrem gut gefallen hat und das ich probieren will) das gleiche Pigment (PBr 7 und sonst keines) enthält wie mein gerne verwendetes Terra di Siena Natur (Lukas Studio Nr. 239) und gar Vandyck-Braun (Lukas Studio Nr. 312), hat mich dann doch überrascht – vor allem daß der Aufstrich von Umbra natur hell und Terra di Siena fast keinen Unterschied sehen läßt.
Vandyck-Braun ist bei angeblich gleichem Pigment deutlich dunker, auch wenn der Farbton zumindest ähnlich ist.
Dem gehe ich demnächst in verschiedensten Ausmischungen auf den Grund!

Was mich allerdings am meisten verwundert hat, ist, daß Umbra Natur (Lukas Studio Nr. 310), Terra di Siena gebrannt (Lukas Studio Nr. 309) und Englischrot (Lukas Studio Nr. 254) lt. Etikett alle als einziges Pigment PR 101 enthalten, dabei aber völlig anders heißen, auch teilweise anders aussehen bzw. teilweise anders heißen und fast gleich aussehen.

Daß in meinem Kadmiumgelb imit. (Lukas Studio 236) Titanweiß enthalten ist und in meinem Neapelgelb (Lukas Studio 234) Lithopone (PW 5) ist dann jedenfalls nur noch interessant.

Kann mir irgendjemand die oben genannten Rätsel mit den Pigmenten PBr 7 und PR 101 erklären oder mir sagen wo ich am besten nachschlagen oder nachfragen kann außer bei den Herstellern (von denen ich nicht annehme daß sie mir bereitwillig eventuelle Produktionsdetails verraten werden…) ich finde das mittlerweise echt interessant, wenn ich mich bisher auch kaum für Pigmente interessiert habe.

Und schuld ist nur das Zirkoniumweiß 🙂

 

Aktstudien (Milica)

Zwei lange Posen am 21.8. und 23.8. waren auch maltechnisch für mich sehr interessant.

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Öl auf grundiertem Papier, ca. 23x33cm, August 2016

Beim Bild vom 21.8. wollte ich einen Hintergrund mit Siena gebrannt anlegen, der aus mir unverständlichen Gründen sehr eigenartig verschmiert und klebrig geworden ist (und heute am 28.8. immer noch ein wenig klebt). Ob das an der qualitativ angeblich (?) nicht so tollen Goya-Farbe liegt oder daran, daß die Tube 30 Jahre alt ist (ich habe vor einigen Jahren einen kleinen Satz winziger Ölfarbtuben, die damals, als sie neu waren, kaum benutzt und dann nur noch als Jugenderinnerung aufgehoben wurden,  geschenkt bekommen, sozusagen als Einstiegsdroge…) liegt, kann ich nicht beurteilen – vielleicht auch am übermäßigen Einsatz von Balsamterpentinöl, der mir öfter passiert (ich arbeite daran…).

Jedenfalls hat es mein Interesse an der Farbzusammensetzung wieder einmal neu geweckt – nach der Lektüre von Doerner, Wehlte, Hoppe in den letzten Monaten hatte ich mir schon einiges „angelesen“, habe aber beschlossen meinem „Farbunfall“ ein bißchen auf den Grund zu gehen.

Zusätzlich durfte ich am 23.8. von einem Malerkollegen selbst angemischte Ölfarbe ausprobieren (Zirkoniumweiß) das einen recht schönen warmen weißton hat und ausgemischt ganz andere Ergebnisse bringt als das von mir im Normalfall verwendete Titanweiß. Es scheint auch wesentlich schneller zu trocknen und verarbeitet sich recht ungewohnt, das mag aber auch an der Herstellung liegen. Alles in allem sehr spannend!

Portraitstudien (Sasha)

Ein paar Übungen und Abende seit der ersten Portraitmutprobe überspringend hier das Ergebnis zweier langer Sessions vom 16. und 17. August – je ein Abend.

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Öl auf grundiertem Papier, je ca. 23x33cm, August 2016

Für diese Übungen verwende ich gerne stärkeres Zeichenpapier, das ich mit verdünntem Gesso und ein wenig Acrylfarbe beidseitig 2-3mal grundiert habe und das dann – während des Malens aufgespannt auf eine passende Hartfaserplatte – einen brauchbaren und in der Lagerung extrem platzsparenden Malgrund abgibt.

Die Acrylfarbe in der Grundierung bewirkt eine Tönung des Hintergrundes, der mir das Malen erleichtert, woran das liegt kann ich nicht sicher sagen – vielleicht weil der Kontrast zum Motiv selbst geringer ist als bei weiß – vor allem anfangs, bevor ich den Hintergrund mit Ölfarbe anlege.

Das Papier habe ich stapelweise vor dem Altpapier gerettet (gerade vor dem Reinwerfen erwischt, Glück und Timing braucht der Mensch 🙂 ) ein zwar nicht säurefreier, aber für meine derzeitigen Zwecke völlig ausreichender Zeichen- und Malgrund.

Nachdem ich außerdem sehr wenig Platz zum Lagern meiner Arbeiten habe, kommt mir das Papier, das dann – ohne der nur während des Malens und der ersten paar Tage des Trocknens verwendeter Hartfaserplatte – in Summe weniger als einen Millimeter stark ist, sehr entgegen; ich finde es momentan weit praktischer als Malplatten oder gar Keilrahmen, die ich abseits des Platzargumentes sowieso weniger mag da sie für meinen Geschmack beim Malen zu stark federn.

 

Portrait (Beatrice) oder: Mutprobe in Öl

Nachdem ich mich einige Male mit Bleistift bei längeren Posen an Portraits versucht hatte, seit ungefähr einem Jahr (mittlerweile sind es eineinhalb) an der Ölmalerei und außerdem öfter die Gelegenheit hatte, andere beim Malen zu beobachten habe ich mich im April diesen Jahres tatsächlich dazu hinreißen lassen, meine Ölmalsachen einzupacken und bei einer long-pose-session damit aufzukreuzen.

Für alle anderen wahrscheinlich völlig egal, für mich eine Mutprobe der Sonderklasse – ungewohnte Umgebung, um mich anscheinend lauter Profis und dazwischen meine einsamen, schweißtreibenden Kämpfe mit Motiv, Material und (fehlender) Zeit…

In der Zwischenzeit habe ich festgestellt daß Übung tatsächlich hilft 🙂 trotz einzelner schlimmer Rückschläge wird es von Versuch zu Versuch besser und macht mehr Freude!

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Öl auf grundiertem Papier, 24,5x31cm (April 2016)

Aronstabgewächse – update 1 inkl. Materialsuche

Nachdem ich mich im Winter und frühen Frühjahr eine Zeitlang mit den mir momentan zur Verfügung stehenden Exemplaren aus der Famile der der Araceae oder auf Deutsch Aronstabgewächse auseinandergesetzt habe, auch mit den verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten, heute ein kleines update:

Bleistift, verdünnte Tusche, Aquarellfarbe jeweils 1:1 und weil die hübschen Biester soooo klein sind (4 bis 7 cm) auch eine Version 2:1 mit Farbstiften mit rein dekorativen Absichten 🙂

Mein Fazit: am exaktesten lassen sich Bleistift und Aquarellfarbe verarbeiten, Farb- und Aquarellstifte sind kaum spitz genug zu kriegen. Wenn es gilt rasch zu arbeiten, empfehlen sich Bleistifte, wenn es farbige Darstellungen werden sollen natürlich die klassische Aquarellfarbe.

Leider hat sich auch meine dünnste Zeichenfeder (HI-700 v. Boesner) für Modelle in dieser Größe als völlig ungeeignet herausgestellt – ich glaube da ist ein bißchen Materialrecherche bei den Briten angesagt (angeblich gibt es Kartographenfedern die nur in GB erhältlich wären, für Quellenangaben wäre ich dankbar!).
Ich werde noch einmal versuchen mit umgedrehter Feder zu zeichnen um feinere Linien zu erhalten aber momentan schaut es für die Tusche schlecht aus.

Alle Zeichnungen sind stark vergrößert bzw. Ausschnitte bis auf die 2:1-Variante auf dem dunklen Papier (21x30cm)

Verschiedene Techniken auf Papier 21x30cm, Dezember 2015-Februar 2016

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