Ausstellung Kunst in der Wurmbrandgasse

Am Dienstag hatten wir eine feine Vernissage mit interessierten BesucherInnen, mit denen es nette, spannende, interessante Unterhaltungen gegeben hat.

Die Ausstellung ist noch am Samstag (heute), Sonntag, Montag und Dienstag (10.12. bis 13.12.) jeweils von 17:00 bis 19:00 geöffnet; am Freitag den 16.12. ist von 17:00 bis 19:00 die Finissage (zu der ich leider nicht anwesend sein kann).

Heute und morgen bin ich selbst in der Ausstellung und schon neugierig, wer vorbeikommt und welche Gespräche sich bei Tee und Keksen ergeben werden – immerhin haben sich einige Leute, die bei der Vernissage keine Zeit hatten bzw. verhindert waren, angekündigt 🙂

Für mich ist das eine neue Erfahrung, freue mich schon drauf!

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Materialexperimente – Druck mit Folienschablone

Aus den im Artikel über die Druckexperimente mit Pappschablone erwähnten Büchern haben mich einige Möglichkeiten bzw. Techniken angesprochen: Pappschablonen, Folienschablonen, verschiedene Monotypien, die ich schön eine nach der anderen durchprobiert habe bzw. noch werde.

Nächstes Experiment war der Druck mit Folienschablonen, dazu mußte eine A4-Klarsichthülle dran glauben und ein Portraitfoto herhalten das ich gerade zur Hand hatte.

Ich habe die gleiche Druckvorrichtung (eine alte Glasplatte, an der ich mit wasserfestem Marker und Malerkrepp hauptsächlich an der Unterseite Markierungen für das zu bedruckende Papier und die aufzulegenden Schablonen angebracht hatte) benutzt, allerdings auf andere Art.

Bei der Pappschablone habe ich die Schablone mit Farbe eingerollt, auf die entsprechende Markierung der Glasplatte gelegt, das mit Klebeband vorsichtig richtig positioniert befestigte Papier darübergeklappt, mit dem Handballen durchgerieben und das Papier wieder abgezogen.

Bei der Folienschablone wollte ich etwas anderes probieren: Die Glasplatte als Hintergrund einfärben, darauf positioniert die mit anderen Farben gerollten Folienschablonenteile gelegt und dann gleich wie oben abdrucken.

Mit Acrylfarbe hat das überhaupt nicht funktioniert, daher habe ich zuerst den Hintergrund gedruckt und dann jedes Schablonenteil extra, zum Teil mehrmals pro Teil, da die Farbe trotz Verzögerer viel zu schnell eintrocknet.

Danach habe ich wieder Ölfarbe verwendet, was dann funktioniert hat – zügig aber stressfrei alles einfärben, positionieren, abdrucken, gut ist’s.

Die einzelnen Schablonenteile positioniert man am besten mit einer Pinzette, mit zwei müßte es noch besser gehen; die Folie ist am besten dicker und deutlich formstabiler als die von mir verwendete Klarsichthülle, um sich besser einfärben und positionieren zu lassen.

Für den Anfang wäre es vielleicht auch sinnvoll, sich auf einfachste Motive mit wenigen Schablonenteilen und vielleicht nur ein oder zwei Farben zu beschränken – ich hab mir gedacht „das kann ja nicht so schwer sein“ und bin dann ordentlich ins Schwitzen gekommen ob der leichtsinnig gewählten Herausforderung mit 5 Schablonenteilen und 4 Farben… aber da mußte ich dann durch!

Ergebnis: 6 verschiedene Blätter, Acryl oder Öl auf verschiedenen Papieren 30x40cm (2016)

Kopieren von Alten (und neueren) Meistern?

Bei den letzten Maltreffen haben wir unter anderem über die Sinnhaftigkeit des Kopierens von Alten Meistern zu Studienzwecken und über bevorzugte Kunst- und Stilrichtungen diskutiert.

Die Einen sagen ja, das Kopieren von Alten Meistern ist immer noch eine der besten Möglichkeiten, seine Fähigkeiten zu verbessern und das Kopieren vor dem Original im Museum lohnt den Aufwand.

Die Anderen sagen, dadurch vergibt man sich die Chance auf das Entwickeln eines eigenen Stils und kippt unweigerlich in die Maltechnik bzw. den Stil des oder der Kopierten. Zusätzlich wird das Böse in Form von Plagiat und Fälschung ins Spiel gebracht.

Meiner Meinung nach haben beide Meinungen ihre Berechtigung; mein persönlicher Zugang ist der, möglichst viele verschiedene Kunst- und Stilrichtungen, sowohl Architektur, Malerei, Skulptur anzusehen und alles, das einen anspricht, zu interpretieren (ob das jetzt ein Selbstportrait im Stil des Kubismus ist oder das zeichnerische Erforschen eines Gemäldes)  bzw. auch zu kopieren – und dann das Ergebnis deutlich als Kopie zu kennzeichnen, dann können keine Zweifel aufkommen und durch das kopieren oder imitieren aller möglichen Techniken und Stilrichtungen entwickelt man unweigerlich seine Fähigkeiten bzw. Technik.

Das Veröffentlichen von urheberrechtlich geschütztem Content ohne Einverständnis des Urhebers – vor allem wenn er oder sie noch lebt – ist auch bei Nennung der Quelle bzw. des Urhebers heikel, das Nennen des Urhebers ersetzt nicht dessen Zustimmung.

Wie das beim Veröffentlichen von als solche gekennzeichneten Kopien oder Interpretationen von urheberrechtlich geschütztem Content genau aussieht, muß ich noch genauer recherchieren – und werde drüber berichten.

Meine Version von Ol‘ Scarface aus World of Warcraft veröffentliche ich jetzt auch auf die Gefahr hin, sie später wieder entfernen zu müssen und hoffe auf eine kleine Grauzone 🙂
Er paßt vor allem so gut zu meiner heutigen Stimmung vor dem morgigen ersten Arbeitstag inkl. ständiger telefonischer Erreichbarkeit nach 2,5 Wochen (Mal)urlaub im Flugzeugmodus nur mit WLAN…

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Kopie nach einem Motiv aus World of Warcraft (Orc Krieger „Ol‘ Scarface“) 
Öllasuren über Eitemperauntermalung auf Leinwand, 40x50cm (2015)

Wobei ich eigentlich nie Orcs gespielt habe (mein Orc-Krieger ist glaub ich auf Stufe 11 steckengeblieben) sondern einen Nachtelfen-Jäger; nachdem aber viiiiel Zeit draufgeht (und man wirklich leicht „reinkippt“…) spiele ich seit fast 4 Jahren nicht mehr, außerdem habe ich – den Spielcharakter völlig ignorierend – so gut wie immer alleine gespielt und bin manchmal mehr durch die Welten gelaufen um mir die genialen Landschafts- und Stadtentwürfe anzuschauen als meine Quests zu erledigen… wahrscheinlich hatte die Malerei damals schon heimlich Ihre Finger nach mir ausgestreckt 🙂

Über andere Kopien habe ich bereits an anderer Stelle (Hommage an Franz Marc) berichtet.

Was ich absolut ablehne, ist das rundherum leider nach wie vor beliebte abmalen oder digital weiterbearbeiten irgendwelcher im Internet „gefundener“ Motive, um sie dann als eigenständige Werke auszugeben.

Und dann auf Nachfrage zu erklären „das machen eh alle so“ oder „die Kunst frei“ oder „ich hab es ja eh gespiegelt und weiterbearbeitet, das ist jetzt was ganz neues“ oder sogar „aber wenn ich auf rechte Maustaste drücke und es speichere, gehört es mir und ich kann damit machen was ich will, ich verstehe nicht warum ich das Bild nicht als Illustration meiner Webseite verwenden darf, da hat mir so ein böser Anwalt geschrieben…“

Autsch, das tut richtig weh.

Aktstudien (Milica)

Zwei lange Posen am 21.8. und 23.8. waren auch maltechnisch für mich sehr interessant.

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Öl auf grundiertem Papier, ca. 23x33cm, August 2016

Beim Bild vom 21.8. wollte ich einen Hintergrund mit Siena gebrannt anlegen, der aus mir unverständlichen Gründen sehr eigenartig verschmiert und klebrig geworden ist (und heute am 28.8. immer noch ein wenig klebt). Ob das an der qualitativ angeblich (?) nicht so tollen Goya-Farbe liegt oder daran, daß die Tube 30 Jahre alt ist (ich habe vor einigen Jahren einen kleinen Satz winziger Ölfarbtuben, die damals, als sie neu waren, kaum benutzt und dann nur noch als Jugenderinnerung aufgehoben wurden,  geschenkt bekommen, sozusagen als Einstiegsdroge…) liegt, kann ich nicht beurteilen – vielleicht auch am übermäßigen Einsatz von Balsamterpentinöl, der mir öfter passiert (ich arbeite daran…).

Jedenfalls hat es mein Interesse an der Farbzusammensetzung wieder einmal neu geweckt – nach der Lektüre von Doerner, Wehlte, Hoppe in den letzten Monaten hatte ich mir schon einiges „angelesen“, habe aber beschlossen meinem „Farbunfall“ ein bißchen auf den Grund zu gehen.

Zusätzlich durfte ich am 23.8. von einem Malerkollegen selbst angemischte Ölfarbe ausprobieren (Zirkoniumweiß) das einen recht schönen warmen weißton hat und ausgemischt ganz andere Ergebnisse bringt als das von mir im Normalfall verwendete Titanweiß. Es scheint auch wesentlich schneller zu trocknen und verarbeitet sich recht ungewohnt, das mag aber auch an der Herstellung liegen. Alles in allem sehr spannend!

Portraitstudien (Sasha)

Ein paar Übungen und Abende seit der ersten Portraitmutprobe überspringend hier das Ergebnis zweier langer Sessions vom 16. und 17. August – je ein Abend.

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Öl auf grundiertem Papier, je ca. 23x33cm, August 2016

Für diese Übungen verwende ich gerne stärkeres Zeichenpapier, das ich mit verdünntem Gesso und ein wenig Acrylfarbe beidseitig 2-3mal grundiert habe und das dann – während des Malens aufgespannt auf eine passende Hartfaserplatte – einen brauchbaren und in der Lagerung extrem platzsparenden Malgrund abgibt.

Die Acrylfarbe in der Grundierung bewirkt eine Tönung des Hintergrundes, der mir das Malen erleichtert, woran das liegt kann ich nicht sicher sagen – vielleicht weil der Kontrast zum Motiv selbst geringer ist als bei weiß – vor allem anfangs, bevor ich den Hintergrund mit Ölfarbe anlege.

Das Papier habe ich stapelweise vor dem Altpapier gerettet (gerade vor dem Reinwerfen erwischt, Glück und Timing braucht der Mensch 🙂 ) ein zwar nicht säurefreier, aber für meine derzeitigen Zwecke völlig ausreichender Zeichen- und Malgrund.

Nachdem ich außerdem sehr wenig Platz zum Lagern meiner Arbeiten habe, kommt mir das Papier, das dann – ohne der nur während des Malens und der ersten paar Tage des Trocknens verwendeter Hartfaserplatte – in Summe weniger als einen Millimeter stark ist, sehr entgegen; ich finde es momentan weit praktischer als Malplatten oder gar Keilrahmen, die ich abseits des Platzargumentes sowieso weniger mag da sie für meinen Geschmack beim Malen zu stark federn.

 

Portrait (Beatrice) oder: Mutprobe in Öl

Nachdem ich mich einige Male mit Bleistift bei längeren Posen an Portraits versucht hatte, seit ungefähr einem Jahr (mittlerweile sind es eineinhalb) an der Ölmalerei und außerdem öfter die Gelegenheit hatte, andere beim Malen zu beobachten habe ich mich im April diesen Jahres tatsächlich dazu hinreißen lassen, meine Ölmalsachen einzupacken und bei einer long-pose-session damit aufzukreuzen.

Für alle anderen wahrscheinlich völlig egal, für mich eine Mutprobe der Sonderklasse – ungewohnte Umgebung, um mich anscheinend lauter Profis und dazwischen meine einsamen, schweißtreibenden Kämpfe mit Motiv, Material und (fehlender) Zeit…

In der Zwischenzeit habe ich festgestellt daß Übung tatsächlich hilft 🙂 trotz einzelner schlimmer Rückschläge wird es von Versuch zu Versuch besser und macht mehr Freude!

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Öl auf grundiertem Papier, 24,5x31cm (April 2016)

Anatomische Studie (Becken)

Wieder eine anatomische Studie, diesmal vom 9. März 2016, wieder vom gleichen „Modell“ wie der Schädel.
Die Wirbelsäule bzw. die Wirbelkörper sind eine Herausforderung in ihrer Komplexität, da möchte ich noch mal ran…

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Öl auf HF-Platte 30x40cm (März 2016)

Anatomische Studie (Schädel)

Eine anatomische Studie vom 2. März 2016.
Ich bin gerade dabei mich laaaangsam durch die Bammes-Bücher* zu arbeiten, die langen Posen der letzten Wochen – egal ob Portrait oder Akt – sind mir dabei sehr zugutegekommen.

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Öl auf HF-Platte 30x40cm (März 2016)

Ich habe mir zum besseren Verständnis der Formen für die „Unterkonstruktion“ künftiger Portraits einen Schädel genauer angesehen und nachdem mir schwarz/weiß ein bißchen konventionell erschienen ist diesmal in rot/gelb.

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Schädelstudie – Vorzeichnung mit Kreide auf grundierter HF-Platte 30x40cm (März 2016)

*In der Wiener Hauptbücherei sind nicht nur Bammes, Gottfried Die Menschliche Gestalt (1964) sondern auch Studien zur Gestalt des Menschen (1990) und Arbeitsbuch zur Künstleranatomie (1993) vorrätig, das erstere ist momentan noch bei mir zu Gast 🙂

Link zum online-Katalog der Wiener Büchereien hier