Hüte – Technik und Malprozess

Nach Ende und Abbau unserer Wasser-Ausstellung heute wieder ein regulärer Beitrag über meine Arbeiten, ein Bild aus dem Oktober 2016.

Nachdem ich schon öfter wegen der verwendeten Materialien angesprochen wurde, weshalb ich in Ölbildern auch Untermalungen mit Tempera und manchmal Tusche verwende („ist das nicht furchtbar kompliziert?“) hier eine Beschreibung des Malprozesses am Beispiel Weiterlesen

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Materialexperimente – Druck – Monotypie I

Hier ein anderes Druckexperiment aus dem Frühjahr 2016, nämlich eine Art der Monotypie.
Dafür habe ich eine Vorzeichnung für ein Bild meiner Lieblingsstiefel benutzt, an dem ich gerade parallel gearbeitet hatte.
Das aus der Vorzeichnung entstandene Bild meiner Stiefel folgt später 🙂

Ich habe die gleiche Druckvorrichtung benutzt wie bei den Papp- und Folienschablonen, nämlich eine alte Glasplatte, an der ich mit wasserfestem Marker und Malerkrepp hauptsächlich an der Unterseite Markierungen für das zu bedruckende Papier und die aufzulegenden Schablonen angebracht hatte.

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Glasplatte mit Markierungen als Druckstock

Für die Monotypien habe ich die Glasplatte innerhalb der gewählten Markierung mit Farbe eingerollt (wieder mit Ölfarbe da ich noch keine Linoldruckfarbe hatte), das an der Glasplatte mit Malerkrepp vorher richtig positioniert festgeklebte Papier vorsichtig darübergelegt, auf die Rückseite des Papiers eine einfache Zeichnung mit einem Pinselstiel aufgedrückt, das Papier wieder abgezogen. Auf der Unterseite des Papiers ist die Zeichnung als Positiv zu sehen.

Danach habe ich ein zweites Blatt auf dieselbe Farbe gelegt, mit dem Handballen angerieben und ein Negativ der vorigen Zeichnung abgedruckt.

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Monotypie, Öl auf Papier, 30x40cm (2016) Positiv und Negativabzug, zweiter Anlauf 

Das geht relativ unkompliziert und rasch, vor allem im Vergleich zu meinen Foliendruckexperimenten. Eine vorherige Grundierung des Papiers oder die Verwendung von Linoldruckfarbe wäre wahrscheinlich sinnvoll, da die Ölfarbe auf Dauer wahrscheinlich das ungrundierte Papier zersetzt.

Auf jeden Fall werde ich mit dieser Technik weiter experimentieren weil unkompliziert, vielseitig weiterverwendbar, spannend!

Auch bei diesem Druckversuch habe ich festgestellt, daß die Ölfarbe lange genug feucht bleibt um sich nicht hetzen zu müssen; eine Zugabe von Leinöl als Verzögerer hat zu einem Verklumpen der Farbe geführt und ist daher meiner Meinung nach nicht empfehlenswert.

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Monotypie, Öl auf Papier, 30x40cm (2016) Positiv und Negativabzug, Erster Anlauf  mit Farbpatzen durch Ölverklumpungen

Materialexperimente – Druck mit Folienschablone

Aus den im Artikel über die Druckexperimente mit Pappschablone erwähnten Büchern haben mich einige Möglichkeiten bzw. Techniken angesprochen: Pappschablonen, Folienschablonen, verschiedene Monotypien, die ich schön eine nach der anderen durchprobiert habe bzw. noch werde.

Nächstes Experiment war der Druck mit Folienschablonen, dazu mußte eine A4-Klarsichthülle dran glauben und ein Portraitfoto herhalten das ich gerade zur Hand hatte.

Ich habe die gleiche Druckvorrichtung (eine alte Glasplatte, an der ich mit wasserfestem Marker und Malerkrepp hauptsächlich an der Unterseite Markierungen für das zu bedruckende Papier und die aufzulegenden Schablonen angebracht hatte) benutzt, allerdings auf andere Art.

Bei der Pappschablone habe ich die Schablone mit Farbe eingerollt, auf die entsprechende Markierung der Glasplatte gelegt, das mit Klebeband vorsichtig richtig positioniert befestigte Papier darübergeklappt, mit dem Handballen durchgerieben und das Papier wieder abgezogen.

Bei der Folienschablone wollte ich etwas anderes probieren: Die Glasplatte als Hintergrund einfärben, darauf positioniert die mit anderen Farben gerollten Folienschablonenteile gelegt und dann gleich wie oben abdrucken.

Mit Acrylfarbe hat das überhaupt nicht funktioniert, daher habe ich zuerst den Hintergrund gedruckt und dann jedes Schablonenteil extra, zum Teil mehrmals pro Teil, da die Farbe trotz Verzögerer viel zu schnell eintrocknet.

Danach habe ich wieder Ölfarbe verwendet, was dann funktioniert hat – zügig aber stressfrei alles einfärben, positionieren, abdrucken, gut ist’s.

Die einzelnen Schablonenteile positioniert man am besten mit einer Pinzette, mit zwei müßte es noch besser gehen; die Folie ist am besten dicker und deutlich formstabiler als die von mir verwendete Klarsichthülle, um sich besser einfärben und positionieren zu lassen.

Für den Anfang wäre es vielleicht auch sinnvoll, sich auf einfachste Motive mit wenigen Schablonenteilen und vielleicht nur ein oder zwei Farben zu beschränken – ich hab mir gedacht „das kann ja nicht so schwer sein“ und bin dann ordentlich ins Schwitzen gekommen ob der leichtsinnig gewählten Herausforderung mit 5 Schablonenteilen und 4 Farben… aber da mußte ich dann durch!

Ergebnis: 6 verschiedene Blätter, Acryl oder Öl auf verschiedenen Papieren 30x40cm (2016)

Kopieren von Alten (und neueren) Meistern?

Bei den letzten Maltreffen haben wir unter anderem über die Sinnhaftigkeit des Kopierens von Alten Meistern zu Studienzwecken und über bevorzugte Kunst- und Stilrichtungen diskutiert.

Die Einen sagen ja, das Kopieren von Alten Meistern ist immer noch eine der besten Möglichkeiten, seine Fähigkeiten zu verbessern und das Kopieren vor dem Original im Museum lohnt den Aufwand.

Die Anderen sagen, dadurch vergibt man sich die Chance auf das Entwickeln eines eigenen Stils und kippt unweigerlich in die Maltechnik bzw. den Stil des oder der Kopierten. Zusätzlich wird das Böse in Form von Plagiat und Fälschung ins Spiel gebracht.

Meiner Meinung nach haben beide Meinungen ihre Berechtigung; mein persönlicher Zugang ist der, möglichst viele verschiedene Kunst- und Stilrichtungen, sowohl Architektur, Malerei, Skulptur anzusehen und alles, das einen anspricht, zu interpretieren (ob das jetzt ein Selbstportrait im Stil des Kubismus ist oder das zeichnerische Erforschen eines Gemäldes)  bzw. auch zu kopieren – und dann das Ergebnis deutlich als Kopie zu kennzeichnen, dann können keine Zweifel aufkommen und durch das kopieren oder imitieren aller möglichen Techniken und Stilrichtungen entwickelt man unweigerlich seine Fähigkeiten bzw. Technik.

Das Veröffentlichen von urheberrechtlich geschütztem Content ohne Einverständnis des Urhebers – vor allem wenn er oder sie noch lebt – ist auch bei Nennung der Quelle bzw. des Urhebers heikel, das Nennen des Urhebers ersetzt nicht dessen Zustimmung.

Wie das beim Veröffentlichen von als solche gekennzeichneten Kopien oder Interpretationen von urheberrechtlich geschütztem Content genau aussieht, muß ich noch genauer recherchieren – und werde drüber berichten.

Meine Version von Ol‘ Scarface aus World of Warcraft veröffentliche ich jetzt auch auf die Gefahr hin, sie später wieder entfernen zu müssen und hoffe auf eine kleine Grauzone 🙂
Er paßt vor allem so gut zu meiner heutigen Stimmung vor dem morgigen ersten Arbeitstag inkl. ständiger telefonischer Erreichbarkeit nach 2,5 Wochen (Mal)urlaub im Flugzeugmodus nur mit WLAN…

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Kopie nach einem Motiv aus World of Warcraft (Orc Krieger „Ol‘ Scarface“) 
Öllasuren über Eitemperauntermalung auf Leinwand, 40x50cm (2015)

Wobei ich eigentlich nie Orcs gespielt habe (mein Orc-Krieger ist glaub ich auf Stufe 11 steckengeblieben) sondern einen Nachtelfen-Jäger; nachdem aber viiiiel Zeit draufgeht (und man wirklich leicht „reinkippt“…) spiele ich seit fast 4 Jahren nicht mehr, außerdem habe ich – den Spielcharakter völlig ignorierend – so gut wie immer alleine gespielt und bin manchmal mehr durch die Welten gelaufen um mir die genialen Landschafts- und Stadtentwürfe anzuschauen als meine Quests zu erledigen… wahrscheinlich hatte die Malerei damals schon heimlich Ihre Finger nach mir ausgestreckt 🙂

Über andere Kopien habe ich bereits an anderer Stelle (Hommage an Franz Marc) berichtet.

Was ich absolut ablehne, ist das rundherum leider nach wie vor beliebte abmalen oder digital weiterbearbeiten irgendwelcher im Internet „gefundener“ Motive, um sie dann als eigenständige Werke auszugeben.

Und dann auf Nachfrage zu erklären „das machen eh alle so“ oder „die Kunst frei“ oder „ich hab es ja eh gespiegelt und weiterbearbeitet, das ist jetzt was ganz neues“ oder sogar „aber wenn ich auf rechte Maustaste drücke und es speichere, gehört es mir und ich kann damit machen was ich will, ich verstehe nicht warum ich das Bild nicht als Illustration meiner Webseite verwenden darf, da hat mir so ein böser Anwalt geschrieben…“

Autsch, das tut richtig weh.

Aronstabgewächse – update 1 inkl. Materialsuche

Nachdem ich mich im Winter und frühen Frühjahr eine Zeitlang mit den mir momentan zur Verfügung stehenden Exemplaren aus der Famile der der Araceae oder auf Deutsch Aronstabgewächse auseinandergesetzt habe, auch mit den verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten, heute ein kleines update:

Bleistift, verdünnte Tusche, Aquarellfarbe jeweils 1:1 und weil die hübschen Biester soooo klein sind (4 bis 7 cm) auch eine Version 2:1 mit Farbstiften mit rein dekorativen Absichten 🙂

Mein Fazit: am exaktesten lassen sich Bleistift und Aquarellfarbe verarbeiten, Farb- und Aquarellstifte sind kaum spitz genug zu kriegen. Wenn es gilt rasch zu arbeiten, empfehlen sich Bleistifte, wenn es farbige Darstellungen werden sollen natürlich die klassische Aquarellfarbe.

Leider hat sich auch meine dünnste Zeichenfeder (HI-700 v. Boesner) für Modelle in dieser Größe als völlig ungeeignet herausgestellt – ich glaube da ist ein bißchen Materialrecherche bei den Briten angesagt (angeblich gibt es Kartographenfedern die nur in GB erhältlich wären, für Quellenangaben wäre ich dankbar!).
Ich werde noch einmal versuchen mit umgedrehter Feder zu zeichnen um feinere Linien zu erhalten aber momentan schaut es für die Tusche schlecht aus.

Alle Zeichnungen sind stark vergrößert bzw. Ausschnitte bis auf die 2:1-Variante auf dem dunklen Papier (21x30cm)

Verschiedene Techniken auf Papier 21x30cm, Dezember 2015-Februar 2016

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